Montag, 30. Dezember 2013

Jahreswechsel - Was kommt im Januar?

Das Schachjahr 2013, dessen Höhepunkt die Kür des neuen Weltmeisters Magnus Carlsen war, ist noch nicht ganz zu Ende, da lohnt es sich schon, einen Blick auf den Januar 2014 zu werfen. Hier ragen drei Ereignisse heraus:
10.-26. Januar: Das Tata Steel mit 12 Super-GM, darunter fünf aus den Top-Ten der Weltrangliste und aus Deutschland Arkadij Naiditsch.
27.Jan - 6. Feb: Das Gibraltar Open mit über 500 Teilnehmern, massenweise Titelträgern und einer Reihe von Großmeistern über 2700.
29. Jan - 4.Feb: Das Zurich Chess Callenge. Mit den sechs Teilnehmern aus der absoluten Weltspitze (Carlsen, Aronian, Nakamura, Caruana, Gelfand und Anand) wird zum ersten Mal die Kategorie 23 (>2800) erreicht.
Über Einzelheiten werden wir zu gegebener Zeit berichten.
rit

Sonntag, 29. Dezember 2013

Endspieltaktik -
Der Lehrling zeigt's dem Hexenmeister
Der als genialer Kombinierer bekannte Michail Tal hatte 1969 mit Schwarz gegen eine Beratungsgruppe die nebenstehende Stellung auf dem Brett. Nach einigen Opfern ist er materiell stark im Nachteil.
Der weiße Damenflügel ist zwar Null entwickelt, aber der Ex-Weltmeister traute der Sache doch nicht recht und setzte vorsichtshalber mit Sg3+ nebst Sf5+ die bekannte Remisschaukel an.
Ein Moskauer Schüler aber sah mehr und meinte:
Schwarz am Zug gewinnt !  (Lösung hinter dem Break)

Freitag, 27. Dezember 2013

Nächstes Kandidatenturnier hinter dem Ural

Die schach- und sportverliebte Stadt Khanty Mansiysk in West-Sibirien wird in der Zeit vom 12. bis 30. März das Kandidatenturnier 2014 austragen.
Mit großen Schach-Events kennt man sich aus; so haben z.B. die Schacholympiade 2010, die Frauen WM 2012 und die Blitz WM 2013 dort stattgefunden. Auch andere Sportarten werden gefördert, vor allem Biathlon. Die wirtschaftliche Basis der Stadt bilden die in der Gegend reichlichen Öl- und Gasvorkommen.
Alle acht Berechtigten für das Kandidatenturnier stehen inzwischen fest. Es sind:
Aronian und Karjakin über die Weltrangliste
Kramnik und Andreikin über den World Cup, 
Topalov und Mamedyarov über den Grand Prix
Anand als WM-Finalist und Svidler mit der Wildcard.
Gespielt wird eine Doppelrunde jeder gegen jeden. Der Sieger ist der Herausforderer des Weltmeisters Magnus Carlsen. Beide treten dann im November 2014 zum WM-Match gegeneinander an.
rit

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Schachromantik -
Ein Weihnachtsmärchen
Vor hundert Jahren war in einem Turnier in St Petersburg diese Stellung (Diagramm) entstanden, in der Weiß keine Perspektive mehr sah und die Partie aufgab. Auch der Computer (Fritz 8) errechnet einen Vorsprung von 2,4 Bauerneinheiten und damit eine klaren Sieg für Schwarz. Und dennoch:
Weiß am Zug gewinnt.
Dazu erzählt der Schach-Ticker hier eine rührende Story , die wir als Weihnachtslektüre wärmstens empfehlen. Wer allerdings keine Zeit hat oder keinen Sinn für Märchen, der kann die Lösung in Kurzform auch hier hinter dem Break finden.

Montag, 23. Dezember 2013

Wir wünschen allen Lesern ein 
Frohes Weihnachtsfest
und einen 
Guten Rutsch in's Neue Jahr!

Sonntag, 22. Dezember 2013

Die besten Allrounder in Peking

Die letzte große Ansammlung von Super-Großmeistern in diesem Jahr hat sich aufgelöst. Bei den World Mind Games in Peking waren noch einmal 32 starke Männer und Frauen zusammengekommen, um in den Disziplinen RAPID, BLITZ und BASQUE die Kräfte zu messen und nebenbei ein kleines Weihnachtsgeld mitzunehmen.
Über den Ausgang der drei Einzelwettbewerbe haben wir in den letzten Tagen berichtet. Gesamtsieger in der Dreier-Kombination sind nicht ermittelt worden. Eine kleine Privatauswertung über die Platz-Ziffern ergibt folgende Rangfolge an der Spitze:
Männer:  1 Karjakin (8+1+1=10)  2 Mamedyarov (7+4+2=13)  3 Grischuk (3+7+6=16)
Frauen:  1 Hou Yifan (2+1+2=5)  2 Gunina (1+2+6=9)  3 Lagno (3+6+10=19)
Elisabeth Paehtz, die im Vorjahr Vierte war, ist diesmal nur unter 'ferner liefen' zu finden.
Das alles ist nicht offiziell, aber doch ganz interessant. Die offiziellen Zahlen gibt es hier 
rit.

Samstag, 21. Dezember 2013

TL - Info: Blitzturnier

Unser Jahresabschlussturnier wurde gemeinsam von H. Breitwieser und K. Gürtler mit je 6,5/10 gewonnen. H. Breitwieser konnte erst in der letzten Runde gleichziehen, als K. Gürtler eine Gewinnstellung durch Zeitüberschreitung gegen R. Tiemann verlor. Auf einen Stichkampf um den ersten Preis wurde verzichtet.  Die weitere Reihenfolge lautet: 3-4: K. Goebel punktgleich mit  H. Jaksch vor  R. Tiemann und E. Fornoff. gue

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Memo: Blitzturnier

Am Freitag den 20.12.2013 findet ein kleines Jahresabschlussturnier statt. Es werden 5 min. Blitzpartien gespielt. Jeder Teilnehmer spielt mindestens 12 Partien. Turnierbeginn ist 20:15 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. gue

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Peking - Basque
Das 5-rundige Basque-Turnier, der dritte Teil der Schachveranstaltungen bei den World Mind Games in Peking, ist beendet. Bei dieser seltenen Spielart sitzen sich die Gegner mit 20 Min Bedenkzeit an zwei Brettern gleichzeitig gegenüber. Bei den Männern siegte Sergej Karjakin (Rus) mit 8,5 Punkten vor Mamedyarov (Aze) mit 6,5 und Ponomariov (Ukr) mit 6,0. Bei den Frauen siegte Zhao Xue (Chn) mit 7,5 Punkten vor ihren Landsleuten Hou Yifan und Ju Wenjun mit jeweils 6,0.
rit

Dienstag, 17. Dezember 2013

Peking - Blitz
Das 30-rundige Blitz-Turnier, der zweite Teil der Schachveranstaltungen bei den World Mind Games in Peking, ist beendet. Bei den Männern siegte Sergej Karjakin (Rus) mit 19,5 Punkten vor Levon Aronian (Arm) mit ebenfalls 19,5, gefolgt von Vachier-Lagrave (Fra) und Manedyarov (Aze) mit je 18,0. Bei den Frauen siegte Hou Yifan (Chn) mit 21,5 Punkten vor Gunina (Rus) mit 19,5 und Muzychuk (Slo) mit 18,5.
rit

Montag, 16. Dezember 2013

Glückwunsch! - Thomas Post wird 60

Heute feiert unser Schachfreund Thomas Post seinen 60. Geburtstag.
Der Darmtädter Anwalt und Notar ist 1985 zu uns gekommen und unserem Verein seitdem auch als förderndes Mitglied stets treu geblieben.
Wir gratulieren herzlich und wünschen Gesundheit, Glück und Alles Gute.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Nakamura gewinnt das London Chess Classic

Beim 5. London Chess Classic kämpfte sich Hikaru Nakamura (Usa) erfolgreich durch Gruppenphase, Viertelfinale und Halbfinale und besiegte im Finale den bis dahin ebenfalls erfolgreichen Senior Boris Gelfand (Isr). Die beiden hatten vorher im Halbfinale Vladimir Kramnik (Rus) und Michael Adams (Eng) ausgeschaltet, nachdem im Viertelfinale schon Anand, Caruana, Svidler und Short ausgeschieden waren.
Nakamura hat schon öfter bewiesen, dass er im Schnellschach eine Größe ist. Trotzdem wären auch alle anderen, die bis ins Viertelfinale vorgedrungen waren, als Gesamtsieger keine Überraschung gewesen. Die Computeranalysen zeigen, dass im Schnellschach eben doch viele Fehler gemacht werden und die Resultate nicht auf die Goldwaage gelegt werden dürfen.
Fest steht aber auch, dass die Schnellschachversionen (Rapid und Blitz) für Zuschauer und Fans sehr interessant und spektakulär sind. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob der Rapidmodus in den kommenden Jahren auch in London öfter mal zur Anwendung kommt.
Alle Einzelheiten gibt es hier auf der Homepage oder hier bei ChessBomb.
rit

Schach-Bundesliga nach 6 Runden

Baden Baden marschiert weiter vorneweg, auch wenn es diesmal recht knapp war. Mit weißer Weste und 12 MP liegen die Kurstädter vor Bremen mit 10 MP und Solingen mit 9 MP. Alle drei holten aus dieser Doppelrunde die vollen 4 Punkte.
Unser Nachbar Griesheim musste wiederum zwei Niederlagen hinnehmen und kämpft mit seinen 3 MP aus der ersten Doppelrunde gegen den Abstieg, ebenso wie SF Berlin und die Aufsteiger München, Tegel und Viernheim.
Die komplette Tabelle und alle Einzelergebnisse gibt es hier.
rit
Peking - Rapid
Das 7-rundige Rapid-Turnier, der erste Teil der Schachveranstaltungen bei den World Mind Games in Peking,  ist beendet. Bei den Männern siegte Wang Yue (Chn) mit 5,0 Punkten vor Peter Leko (Hun) mit ebenfalls 5,0, gefolgt von Alex Grischuk (Rus) und Leinier Dominguez (Cub) mit je 4,5. Bei den Frauen siegte Valentina Gunina (Rus) mit 6,0 Punkten vor den Chinesinnen Hou Yifan mit 5,0 und Ju Wenjun mit 4,5 sowie Kateryna Lagno (Ukr) mit ebenfalls 4,5. 
rit

Samstag, 14. Dezember 2013

London: Die Favoriten in den Final-Runden

Bei den im Rapidmodus ausgetragenen London Chess Classics haben sich die Elo-
Stärksten in ihren Vorrundengruppen durchgesetzt und für die Ko-Endrunde qualifiziert. Im heutigen Viertelfinale (15 Uhr) stehen sich gegenüber:
     Anand-Kramnik,   Adams-Svidler,   Nakamura-Short,   Gelfand-Caruana.
Das Halbfinale und das Finale gibt es dann morgen ab 14 Uhr. Es geht jeweils über zwei Partien mit eventuellem Tiebreak.
rit

TL Info: Blitzturnier und anderes

Nächsten Freitag ist der letzte Spielabend des Jahres 2013.  Wir werden das Jahr mit einem Blitzturnier beenden. Der exakte Austragungsmodus wird je nach Teilnehmerzahl am Freitag festgelegt. Jeder Spieler wird mindestens 10 Partien spielen. Beginn ist 20.15 Uhr. Startgeld wird keines erhoben und für die ersten 3 gibt es kleine Sachpreise. Gäste sind wie immer willkommen.
Die aktuellen Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft sind auf der Saisonseite zu finden. Z.Z. liegt das Trio Jaksch, Goebel unf Gürtler mit 2,5/3 an der Spitze. Wegen den terminlichen Engpässen im Dezember  können die Partien der 3. Runde ausnahmsweise noch bis 10.1. nachgeholt werden. Ich hoffe, dass wir den Zeitverlust wieder einholen können. gue 

Freitag, 13. Dezember 2013

Bundesligaluft in Griesheim - Runden 5+6

An diesem Wochenende (14.+15.Dezember) stehen die Runden 5 und 6 der Schach-Bundesliga auf dem Programm. Dabei haben die Starkenburger Schachfreunde Gelegenheit, Bundesligaluft in der Heimat zu schnuppern, denn Griesheim spielt zu Hause und empfängt neben dem Reisepartner Viernheim die Mannschaften aus Emsdetten und Katernberg.
Spiellokal in Griesheim ist das Bürgerhaus St Stephan, Am Stephansplatz 26.
Die Spiele beginnen wie immer am Samstag um 14 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Live-Übertragungen gibt es HIER.
rit

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Fünf Denksportarten in Peking - auch Schach

Unter dem Namen SportAccord World Mind Games finden vom 12. bis 18. Dezember zum dritten Mal in Peking hochkarätig besetzte Turniere in fünf verschiedenen Denksport-Disziplinen statt. Gespielt werden: Das Kartenspiel  Bridge  und die Brettspiele Schach,  Go,  Draughts (Dame)  und  Xiangqi (China-Schach).
Beim Schach sind große Teile der Weltspitze am Start. Es scheint ein gutes Preisgeld zu geben. Die Teilnehmer:
16 Männer, alles 2700er, darunter Aronian, Grischuk, Mamedyarov, Karjakin und Dominguez.
16 Frauen der Klasse 2500+, darunter Hou Yifan, Koneru, Muzychuk und (als einzige Deutsche) Elisabeth Paehtz.
Gespielt wird in drei Varianten:  7 Runden Rapid (12.-13.),  30 Runden Blitz (14.-16.) und 5 Runden Basque (Doppelbrett 17.-18.).
Die Turnierseite ist hier, wo es auch ab 7.00 Uhr Live-Übertragungen gibt. Wer zu so nachtschlafender Zeit schon kiebitzen will, wird auch hier bei Chessbomb fündig.
rit

Dienstag, 10. Dezember 2013

Rapid-Modus beim London Chess Classic

Das 5. London Chess Classic findet vom 11.-15. Dezember in London statt. Die Sieger der Jahre 2009 bis 2012 waren 3x Carlsen und 1x Kramnik.
Wie schon der Name sagt, wurden die Turniere bisher mit klassischer Bedenkzeit gespielt. Diesmal wollte man den Anstrengungen der beiden WM-Finalisten Rechnung tragen und hat deshalb ein Schnellturnier gewählt. Carlsen hat trotzdem abgesagt, während Anand mitmacht.
Die Modalitäten: Die insgesamt 16 Teilnehmer werden nach ihrer Spielstärke in 4 Töpfen gesetzt. Daraus werden dann 4 Gruppen zur Vorrunde zusammengemischt, in der jeder zweimal gegen jeden spielt (3-Punkte-Wertung). Die Ersten und Zweiten jeder Gruppe gehen in die Finale Ko-Phase. Die Bedenkzeit beträgt 25Min+10sec. Es gibt ein Preisgeld von 150T€, davon 50T€ für den Sieger. Die Teilnehmer:
  Topf 1: Nakamura, Caruana, Anand, Svidler.
  Topf 2: Kramnik, Gelfand, Adams, Short.
  Topf 3: Polgar, McShane, Sadler, Howell.
  Topf 4: Jones, Rowson und zwei Qualifikanten aus dem Open.
Gespielt wird vom 11.-13. (Gruppenphase) und 14.-15. (Ko-Phase), jeweils 15 Uhr.
Die Homepage ist hier und weitere Live-Ü gibt es hier.
rit 

Montag, 9. Dezember 2013

From's Gambit in Babenhausen

Bei der Vorbereitung auf das gestrige Spiel habe ich allen Mitspielern mitgegeben: wer gegen Babenhausen Schwarz hat, sollte sich überlegen, was er gegen 1. f4 spielt. Im Spiel am Sonntag hat Babenhausen zwei von vier Weiß-Partien mit 1. f4 eröffnet. Allerdings war Jutta Ries an Brett 2 ohne Gegner, sodass dies unbeantwortet blieb. Derjenige, der es noch auf's Brett bekam, war ich selbst gegen Thomas Mohr. 
Was spielt man gegen jemanden, der regelmäßig mit 1.f4 eröffnet, während es für einen selbst das einzige Mal in vielen Jahren ist? Keine halben Sachen, sondern From's Gambit 1.f4 e5 !?
Das Experiment ging gut. Mein Gegner verbrauchte 1,5 h Bedenkzeit für 20 Züge und bot mir mit dem 20. Zug Remis an. (Es ist immer gut, wenn der Spieler mit der höheren DWZ einem Remis anbietet.) Wer sich dafür interessiert und mit mir durch die Hauptvariante dieses Gambit's klicken möchte, sollte nach dem Break weiterlesen.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Ergebnisse vom 4. Spieltag

Am vierten Spieltag spielten die drei Ober-Ramstädter Mannschaften alle auswärts und brachten nur einen einzigen Punkt mit nach Hause zurück.
SCO I reiste in der Starkenburgliga als Außenseiter nach Babenhausen. Obwohl drei Ersatzspieler einsprangen, konnten wir die Mannschaft nicht vollbekommen und mussten zu siebt antreten. Das zeigt, wie groß unsere Aufstellungsschwierigkeiten sind. Karlheinz Gürtler, Rene Hartmann und Knut Goebel spielten Remis an den Brettern 1, 3 und 4. Klaus Reuter erkämpfte nach über fünf Stunden Spielzeit an Brett 8 den einzigen Sieg, während Rolf Tiemann, Klaus-Peter Basel und Herbert Schneider-Obermann ihre Partien verloren. Das ergab mit der kampflos verlorenen Partie eine 2,5:5,5 Niederlage.
SCO II trat in der Kreisklasse B bei Langen V an und war mit sechs Spielern ebenfalls nicht vollzählig. Das erwies sich als spielentscheidend. An einem Tag ohne Remis gab es drei Siege für Andreas Fuchs, Hermann Jaksch und Hans Jordan sowie drei Niederlagen für Ivan Pernat, Klaus Hansel und Peter Schumm. Der kampflos verlorene Punkt bescherte SCO II die 3:4 Niederlage. Hervorzuheben ist der unermüdliche Kampfgeist von Hans Jordan, der mit bald 83 Jahren seinen weit jüngeren Gegner in über vier Stunden in die Knie zwang.
SCO III spielte bei Rödermark/Eppertshausen V unentschieden 2:2. Marek Dähn gewann am ersten Brett eine tadellose Partie, während Sebastian Kollmeyer und Nelly Glock verloren. Diesmal war der Gegner nicht vollzählig, sodass der kampflose Punkt am vierten Brett das Remis sicherte. Da Sebastian in seiner Partie vorzeitig die gegnerische Dame gewann, war auch ein Mannschaftssieg zwischenzeitlich durchaus in Reichweite.
kg

Samstag, 7. Dezember 2013

Das Mammutprogramm der Fide

Früher war die Fide ein beschaulicher Stammtisch, der über die Schachregeln wachte und alle paar Jahre eine Weltmeisterschaft oder eine Schacholympiade organisierte. Das hat sich gewaltig geändert.
Betrachtet man den Fide-Terminkalender (hier), so sieht man im Jahr 2013 allein von März bis Dezember 20 weltweite Großveranstaltungen mit Millionen von Preisgeldern. Dazu kommen weitere 10 Turniere in Europa, 20 in Amerika, 15 in Asien, 5 in Afrika sowie rund 10 sonstige Veranstaltungen.
Da alles über mehrere Tage geht, läuft das ganze Jahr über rund um die Uhr irgendein Fide-Event. Wer da noch Fide-Präsident werden und wenigstens einen Teil der eigenen Veranstaltungen besuchen will, der kann die 37,5-Stunden-Woche getrost vergessen.
rit

Freitag, 6. Dezember 2013

Russland ist Mannschafts-Weltmeister

Die World Chess Team Championship 2013 im türkischen Antalya sind beendet.
Den WM-Titel holte sich das favorisierte Team aus Russland mit Kramnik, Grischuk, Karjakin, Nepomniachtschi und Vitiugov. Nach einem Ausrutscher gegen die USA und einem Remis gegen Armenien ließen die Russen nichts mehr anbrennen und holten sich 15 MP aus 9 Runden. Auf den Plätzen folgen China und die Ukraine mit je 14 MP.
Deutschland, das als Europameister 2011 zu den 10 Berechtigten zählte, belegt der Papierform entsprechend mit 8 MP den 7. Rang. Naiditsch, Khenkin, Meier, Baramidze und Fridmann kamen zu Pflichtsiegen gegen die T'ürkei, Ägypten und Aserbaidschan sowie zu einem unerwarteten Erfolg gegen Armenien.
Die komplette Abschlusstabelle und weitere Informationen gibt es hier auf der Homepage und die Sammlung aller Einzelpartien hier bei ChessBomb.
rit

Donnerstag, 5. Dezember 2013

TL - Info: Vorschau Mannschaftsmeisterschaft

In der 4. Runde der Mannschaftsmeisterschaften müssen unsere 3 Mannschaften am kommenden Sonntag auswärts antreten. SCO1 reist zwar als Aussenseiter aber dennoch mit Chancen nach Babenhausen. Nach der dummen Niederlage gegen Langen III am 3. Spieltag wäre ein Punktgewinn schon nötig, um nicht den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu verlieren. SCO2 fährt zu dem bisher punktlosen SK LangenV. Bei einem durchaus möglichen Sieg wäre der angestrebte Klassenerhalt bereits  so gut wie sicher. Vor dem Auswärtsspiel von SCO3 bei Roe/Eppertshausen darf man gespannt sein, ob es dem Mannschaftsführer gelingt eine reine Jugendmanschaft  an die Bretter zu bekommen. Allen Spielern wünsche ich viel Spaß und Erfolg.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Schachromantik -
Zukertorts Perle
Im großen Turnier zu London im Jahr 1883, das Johann Herrmann Zukertort überlegen mit drei Punkten Vorsprung vor Steinitz gewann, gelang Zukertort gegen den späteren Dritten Joseph Henry Blackburne eine Glanzkombination, die ein fester Bestandteil der Schachliteratur geworden ist.
Nach bis dahin normalem Verlauf (Diagramm) startet Weiß den Turbo mit
23.f5 Se4  24.Lxe4 dxe4  25.fxg6 Tc2
Nach dem Turmzug glaubte der ganze Turniersaal, dass Weiß sich verzockt habe und den Läufer verlieren würde.
Aber:   (Weiter hinter dem Break)

Sonntag, 1. Dezember 2013

Die Elo-Weltrangliste Dezember

Top-10 der Männer: Svidler kommt für Mamedyarov. Topalov macht einen Sprung. Ausgewertet wurden das WM-Match und die European Team Championship.
   1  Carlsen     Nor  2872  + 2
   2  Aronian     Arm  2803    0  
   3  Kramnik     Rus  2793    0
   4  Nakamura    Usa  2786    0

   5  Topalov     Bul  2785  +11
   6  Grischuk    Rus  2783  - 2

   7  Caruana     Ita  2782    0
   8  Gelfand     Isr  2777    0    

   9  Anand       Ind  2773  - 2
  10  Svidler     Rus  2758  + 6
        
Top-5 der Frauen: Hier gibt es nur einen Wechsel auf 4/5.
   1 Polgar       Hun  2693  + 4
   2 Hou Yifan    Chn  2629    0
   3 Koneru       Ind  2607  -11
   4 Zhao Xue     Chn  2568  + 3  
   5 Muzychuk     Slo  2566    0
Die besten Deutschen sind  Naiditsch (M-18) und Paehtz (F-32). 
Die kompletten Top-100-Listen gibt es hier (M) und hier (F).
rit

Samstag, 30. November 2013

Super-Magnus Carlsen - Quo Vadis?

Ein junger Überflieger feiert heute seinen 23. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich!
Mit dem neuen Weltmeister Magnus Carlsen hat sich ein junger Mann an die Spitze gesetzt, dessen Überlegenheit so groß und evident ist, dass kein anderer Super-GM in der Lage scheint, ihn ernsthaft zu gefährden. Das deutet auf eine ganz lange Herrschaft in der Schachszene hin.
Aber es kann auch anders kommen. Ein junger und vitaler Mensch, der einsam auf einem Postament steht, kann sich schnell langweilen, wenn es keine konkreten Ziele und Herausforderungen mehr gibt. Anders als Judit Polgar, die bei den Frauen ähnlich herausragt, aber in die stärkere Liga der Männer wechseln kann, steht Carlsen ein solcher Weg nicht offen.
Da fällt es schwer, die Motivation für ständiges hartes Training über Jahre hinaus aufrecht zu erhalten. Stillstand aber ist relativer Rückschritt, was der Konkurrenz wieder Anschlussmöglichkeiten eröffnet. Auguren verweisen schon heute auf Wunderkinder aus Indien und China, die bald frischen Wind bringen könnten.
Es kann aber auch passieren, dass Carlsen sich plötzlich völlig anders orientiert. Paul Morphy hat zum Beispiel auf seinem Zenit das Schach ganz aufgegeben und keine Figur mehr angerührt. Bobby Fischer hat sich als Eigenbrötler in sein Schneckenhaus zurückgezogen und Garri Kasparov lebt seine Streitlust inzwischen in der Politik aus. Vielleicht erleben wir Carlsen einmal als Kinderarzt oder als Höhlenforscher oder als Pokerspieler. Warten wir’s ab.
rit

TL - Info: Vereinsmeisterschaft

Die Auslosung der 3. Runde ist auf der Saisonseite zu finden.  Die Partien sollten - wenn irgend möglich - im Dezember gespielt werden.  Dies könnte wegen der bevorstehenden Feiertage terminlich knapp werden.   Die Partie Tiemann - Basel ist bereits verlegt worden.  Nächstes Wochenende findet in Ober - Ramstadt der Adventsmarkt statt und wegen der notwendigen Vorbereitungen ist am Freitag u.U. mit "Behinderungen beim Schach"- sprich Lärm - zu rechnen. gue

Donnerstag, 28. November 2013

Endspieltechnik -
Zur Abwechslung mal leichte Kost
Das kann aus einer praktischen Partie stammen, ist aber eine Komposition der beiden Schachmeister Kling und Horwitz, die um die Mitte des 19.Jahrhunderts in ihrer Schachzeitung so manche Endspielaufgabe angeboten haben.
Es mag sein, dass vor 150 Jahren die Stellung für viele Schachfreunde noch eine Herausforderung war. Für unsere heutigen Leser wird die Sache aber im Handumdrehen erledigt sein.
Weiß gewinnt  (Lösung hinter dem Break)

Mittwoch, 27. November 2013

Interview mit dem neuen Weltmeister

Vor der Abreise gab Magnus Carlsen in Chennai ein längeres Interview, in dem er seine Eindrücke und Gefühle zur WM beschreibt. Das Video kann hier abgerufen werden.
rit

Dienstag, 26. November 2013

Schach-Mannschafts-Weltmeisterschaft in Antalya

Die großen Fide-Turniere des Jahres 2013 sind noch immer nicht zu Ende. Zum 9. Mal seit 1985 wird eine Mannschafts-WM ausgetragen, bei der 10 qualifizierte Teams vom 26. November bis 5. Dezember im türkischen Badeort Antalya gegeneinander antreten. Am Start sind:
  Armenien (Titelverteidiger)
  Russland, Ukraine und Holland (Schacholympiade)
  Deutschland, USA, China, Ägypten (Kontinentalmeister)
  Aserbaidschan (Wildcard) und die Türkei (Gastgeber).
Die Favoriten bringen eine Reihe von Weltklassespielern mit, darunter Aronian, Kramnik, Nakamura und Grischuk aus den Top-Ten.
Die Deutschen sind zum dritten Mal dabei; sie haben sich durch den EM-Sieg 2011 qualifiziert und treten an mit Naiditsch, Meier, Baramidze, Khenkin und Fridman.
Modus: Gespielt werden 9 Runden mit Vierer-Mannschaften jeder gegen jeden.
Spieltage sind: Nov 26-30 und Dez 2-5 ab 14 Uhr.
Die Turnierseite ist hier. Live-Übertragungen gibt es hier.
rit

Montag, 25. November 2013

Nach der WM - ein Interview mit Anand

Zeit-Online hat ein Gespräch mit Vishy Anand geführt, in dem dieser offen über seine Befindlichkeiten vor, während und nach der WM berichtet. Es ist hier zu finden.
rit

Sonntag, 24. November 2013

Schach-Bundesliga Runden 3+4

Die Ergebnisse der Doppelrunde vom Wochenende:
Bad-Gri 7    Hok-Vie 8      Bad-Vie 7½   Hok-Gri 5½
Hbg-Sfr 4½   Bre-Teg 4½     Hbg-Teg 7    Bre-Sfr 6½
Mül-Ems 5    Wat-Kat 4½     Mül-Kat 5    Ems-Wat 5
Epp-Sol 5½   Tri-Mün 5      Sol-Mün 5½   Epp-Tri 4½
Der Stand der Dinge nach 4 Runden:
Es führt (nicht überraschend) Baden Baden mit weißer Weste und 8 MP vor Hamburg, Mülheim und Eppingen mit je 7 MP. Griesheim liegt mit 3 MP auf Platz 10.
Alles weitere kann hier auf der Bundesligaseite eingesehen werden.
rit

SCO bei der Blitzmannschaftsmeisterschaft

Bei der Blitzmannschaftsmeisterschaft des Bezirks am 23.11. in Babenhausen gingen 7 Viererteams an den Start und trugen ein doppelrundiges Turnier aus.
Das Ober-Ramstädter Blitzteam mit Karlheinz Gürtler, Klaus-Peter Basel, Hermann Jaksch und Knut Goebel hatte wie erwartet mit dem Kampf um die vorderen Plätze nichts zu tun, hatte trotzdem Spaß und belegte den sechsten Platz. Der Gastgeber Babenhausen wurde immerhin geschlagen.
Klaus-Peter Basel erwies sich als bester Punktesammler mit 4,5 Punkten. Knut Goebel erzielte 3,5 Punkte, Hermann Jaksch 2 und Karlheinz Gürtler hatte am ersten Brett mit 1,5 Punkten einen schweren Stand. Es siegte Schachforum Darmstadt I vor Langen und Gernsheim. kg

Samstag, 23. November 2013

TL - Info: Diverses

Die gestrigen Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft finden Sie auf der Seite Saison13/14.
Heute nimmt erstmals seit Jahren eine Mannschaft des SCO an der Bezirksmeisterschaft im Blitzschach teil. Das Turnier beginnt um 14 Uhr in Babenhausen. Die Spieler Jaksch, Goebel, Basel und Gürtler werden gegen die vermutlich deutlich jüngere Konkurrenz wenig Chancen haben. Es gilt aber das olympische Motto "Dabei sein ist Alles". Wie es den Blitzern ergangen ist, kann morgen auf diesem blog nachgelesen werden. gue

Freitag, 22. November 2013

Magnus Carlsen ist Schachweltmeister

Die Schachwelt verneigt sich vor einem großen und überzeugenden neuen Champion.
Der junge Norweger Magnus Carlsen hat acht Tage vor seinem 23. Geburtstag den Weltmeistertitel im Schach erobert. Er siegte klar und sicher mit 6½ zu 3½ gegen den beliebten 43-jährigen indischen Großmeister Viswanathan Anand, der die WM-Position seit 2007 inne hatte.
Carlsen war allgemein als Favorit eingestuft worden. Er weist in der Elo-Weltrangliste 2870 Punkte auf und liegt mit großem Abstand vor den Mitbewerbern, auch 95 Zähler vor Anand.
Trotzdem konnte man nicht sicher sein, denn Anand ist ein erfahrener Zweikämpfer und mit seinem aggressiven und kreativen Spiel immer für Überraschungen gut. Carlsen dagegen pflegt einen soliden positionellen Stil und agiert geduldig und präzise, nahezu fehlerlos.
Wie in vielen großen Turnieren der letzten Jahre erwies sich auch jetzt bei der WM Carlsens Sicherheit und Präzision als ausschlaggebend. Während Anand kleine Ungenauigkeiten nicht vermeiden konnte, fand der Norweger praktisch immer die besten (und auch vom Computer angezeigten) Züge. Dies verhalf ihm in den Runden 5 und 6 zu zwei vollen Punkten, die schon vorentscheidend waren. Unter dem Druck, gewinnen zu müssen, versuchte es der Inder in der 9. Partie mit der Brechstange, wobei ihm aber ein verhängnisvoller Fehler unterlief. Den dann noch fehlenden halben Punkt zum 6½:3½ holte sich Carlsen wie zu erwarten mit einem Remis in der 10. Runde.
Das auf 12 Runden angesetzte Match im indischen Chennai war damit vorzeitig beendet und der neue Weltmeister mit einem beeindruckenden Vorsprung gekürt. Herzlichen Glückwunsch!
Umfassende Informationen können hier auf der Turnierseite nachgelesen und alle Partien hier bei ChessBomb nachgespielt werden.
rit

Donnerstag, 21. November 2013

Nur noch ein halber Punkt

Anand hat es noch einmal probiert. In einer aggressiv geführten Partie unterlief ihm jedoch ein krasser Fehler, der zur sofortigen Aufgabe führte. Damit hat Carlsen den dritten Sieg eingefahren und führt mit 6:3. Es sieht alles danach aus, dass schon morgen der neue Weltmeister gekürt wird.
rit

Bundesliga-Runden 3+4 am Wochenende

An diesem Wochenende (23.+24. November) steht die nächste Doppelrunde der Schach-Bundesliga auf dem Programm. Die südhessischen Reisepartner Griesheim und Viernheim fahren nach Baden Baden und haben es dort neben dem Gastgeber mit Hockenheim zu tun.
Gespielt wird Samstag um 14 Uhr und Sonntag um 10 Uhr. Live-Übertragungen gibt es HIER.
rit

Mittwoch, 20. November 2013

Hat Anand noch eine Chance?

Nein, die hat er nicht. Carlsen muss bei zwei Punkten Vorsprung nicht mehr auf Gewinn spielen. Er wird noch drei Partien routinemäßig im Sand verlaufen lassen und nach elf Runden Weltmeister sein. Oder sogar früher, wenn Anand mit der Brechstange kommt.
Heute ist Ruhetag. Donnerstag und Freitag wird gespielt (vielleicht schon entschieden). Samstag ist wieder Ruhetag und am Sonntag wird die (vorzeitige) Entscheidung fallen. Alles andere wäre ein Wunder.
rit

Montag, 18. November 2013

Aserbaidschaner und Ukrainerinnen sind die neuen Europameister

Die Mannschafts-Europameisterschaften im polnischen Warschau sind abgeschlossen. Die 38 Mannschaften und 32 Frauenschaften haben sich nach 9 Runden Schweizer System ihren Leistungen entsprechend in die Tabellen einsortiert.
Bei den Männern gab es eine Reihe etwa gleichstarker Teams, unter denen dann auch die vorderen Plätze verteilt wurden. Mit 14 Punkten siegte die Crew von Aserbaidschan mit Mamedyarov und Radjabov an der Spitze. Dahinter folgen mit je 13 Zählern Frankreich, Russland und Armenien. Deutschland, das im Vorjahr überraschend gewonnen hatte, landete mit 9 Punkten im Mittelfeld.
Bei den Frauen siegten die zum engen Favoritenkreis zählenden Ukrainerinnen mit 15 vor Russland und Polen mit je 14 Punkten. Unsere deutschen Mädels landeten mit 11 Zählern standesgemäß auf Platz 7.
Die kompletten Tabellen sowie alle weiteren Informationen (Ergebnisse, Spieler, Fotos) gibt es hier auf der weitläufigen Homepage.
rit

Sonntag, 17. November 2013

Halbzeit in Chennai - Vorteil Carlsen

Die WM-Bilanz nach sechs Runden: Zwei Kurz-Remisen zum Vergessen, zwei gehaltvolle Kampf-Remisen und zwei eindrucksvolle Endspiel-Siege. Stand 4:2 für den Herausforderer.
Die beiden gewonnenen Turmendspiele sind typisch für die Spielanlage von Carlsen. In ausgeglichen erscheinenden Stellungen erkennt er kleinste Chancen und nutzt sie mit roboterhafter Präzision aus. Fehler macht er praktisch nicht.
Es wird jetzt schwer für Anand. Um aufzuholen muss er Risiko gehen und läuft Gefahr, vom hellwachen Norweger ausgekontert zu werden. Daher sieht es eher nach einem vorzeitigen Ende der Veranstaltung als nach einem Ausgleich des Weltmeisters aus.
Aber wer weiß. Vielleicht menschelt es ja auch einmal bei Carlsen. Warten wir's ab.
rit

Donnerstag, 14. November 2013

Endspieltaktik -
Versteckspiel mit Mattdrohungen
Die nebenstehende Stellung könnte beides sein: Studie oder Partie. Diesmal handelt es sich um eine Komposition, und zwar von A.Troitzki, einem Großmeister seines Fachs.
Schwarz hat eine Mehrfigur und den Doppelbauer auf der h-Linie voll im Griff. Er macht sich keine Sorgen. Nach
1.h7 Tg5+  2. Kxd6 Txh5   scheint alles im Lot. Der mittelstarke Spieler schlägt jetzt den Läufer und die Sache ist remis. Doch
Weiß will mehr.  Aber wie?   (Lösung hinter dem Break)

Mittwoch, 13. November 2013

Halbzeit in Polen

Fünf von 9 Runden sind bei der Team-EM in Warschau gespielt, heute ist Ruhetag.
In der (offenen) Männer-Abteilung führt Frankreich mit 9 vor Griechenland, Georgien und Aserbaidschan mit jeweils 8 Punkten. Deutschland ist mit nur 4 Zählern schon abgeschlagen.
In der (reinen) Frauen-Abteilung führt die Ukraine mit 10 vor Polen und Georgien mit je 8 Punkten. Es folgen 5 Teams mit 7 Punkten, darunter auch Deutschland.
Bei noch 4 zu gehenden Runden kann noch viel passieren. Die Turnierseite ist hier.
rit

Montag, 11. November 2013

Unterhaltsamer ist's in Warschau

Wem die bisher blutleeren Darbietungen bei der WM in fernen Indien nicht zusagen, der kann seinen Blick hoffnungsfroh auf die Team-Europameisterschaften im benachbarten Polen richten. 
Dort sind in Warschau 349 Spitzenspieler und -spielerinnen versammelt, darunter 317 Titelträger. Unter diesen wiederum finden sich 155 veritable Großmeister mit Prominenten wie Aronian, Grischuk, Caruana, Topalov oder Judit Polgar. 
Täglich, meist ab 15 Uhr, sitzen 280 Leute am Brett und spielen 140 Partien. Bei soviel Masse und Klasse gibt es natürlich Action zuhauf.
Wer an trüben Novembertagen Zeit und Lust hat, kann sich  HIER  auf der hervorragend gemachten Homepage vergnügen. Alle Partien werden in dem von der Bundesliga bekannten Format live übertragen; man kann sich die spektakulärsten aussuchen.
Die beiden deutschen Teams haben bisher nicht recht überzeugt: gegen schwächere Gegner haben die Männer in den ersten 3 (von 9) Runden nur drei Punkte ergattert, die Frauen vier. Aber auch Russland hat sich z.B. gegen die Türken eine blutige Nase geholt. Es ist also schwer was los.
rit

Sonntag, 10. November 2013

Nichtangriffspakt Indien-Norwegen weiter in Kraft

Wieder Remis. Diesmal mussten die Kontrahenten ein Paar Züge mehr machen (25 statt 16), dafür waren sie aber statt nach 90 schon nach 66 Minuten fertig. Der Stundenlohn fiel also höher aus.
Es zeigt sich einfach: Keiner will etwas riskieren, weil er eine Heidenangst davor hat, dass ihm die kleinste Schwäche zum Verhängnis wird. Diese sicher professionelle Einstellung ist verständlich, sie führt aber dazu, dass Schach-Zweikämpfe auf Spitzenniveau nicht mehr attraktiv sind.
Vielleicht wird es ja noch besser. Wenn nicht, muss man den Modus ändern und den Weltmeister z.B. in einem Rundenturnier ermitteln (ähnlich dem Kandidatenturnier, am besten im 3-Punktesystem). Da sind dann immer welche dabei, die aufs Ganze gehen und für Entscheidungen sorgen, so dass die anderen nachziehen müssen.
Wenn auch das nicht hilft, sollte man ernsthaft über Fischer-Random-Schach nachdenken.
rit

Samstag, 9. November 2013

Kampfloser Auftakt bei der WM in Chennai

Nach nur 90 Minuten Spielzeit und nur 16 Zügen, wovon drei Wiederholungen waren, reichten sich Anand und Carlsen die Hand zum Remis. Beide schienen sogar von dem Ergebnis angetan, was auch durch ihre gute Laune in der anschließenden Pressekonferenz zum Ausdruck kam. Leicht verdiente hunderttausend Dollar für jeden.
Ganz anders die Fans: 
Sie dürften besonders von Carlsen enttäuscht sein, von dem mit Weiß wesentlich mehr Pep erwartet worden war. Dass ausgerechnet der Norweger, der sonst bis zum blanken König fightet, schon in der Eröffnung die Kampfhandlungen einstellte, deutet auf eine gehörige Portion Respekt hin.
Einen forschen Husarenritt hatte ja niemand erwartet, aber einen zähen Grabenkrieg schon. Heraus gekommen ist nur ein fades Großmeister-Remis. Mal sehen, ob die Web-Server morgen auch wieder so überlastet sind.
rit

TL - Info: Vereinsmeisterschaft

Die Ergebnisse der gestrigen Spiele  in der Vereinsmeisterschaft können auf der Saionseite nachgelesen werden.
Kommenden Freitag  (15.11.)  muss der Spielabend ausfallen, da alle städtischen Räume belegt sind. gue

Freitag, 8. November 2013

Die Schach-Weltmeisterschaft 2013
Wer-Wo-Wie-Wann

Morgen, am 9. November um 10.30, beginnt im indischen Chennai die Schachweltmeisterschaft 2013. Das Ereignis wird schon lange herbeigesehnt und von der Schachwelt mit Spannung erwartet. Dem 'Duell der Generationen' sind im Vorfeld allerlei Attribute zugedacht worden: - Eröffnungswissen gegen Endspielstärke, Kombinations- gegen Positionsspiel, Erfahrung gegen Jugendkraft, Remisbereitschaft gegen Durchhaltewillen - und vieles mehr. Das sind aber alles nur Nuancen. In Wirklichkeit sind beide absolut komkplette Schachspieler, die jede Gangart beherrschen.
Die meisten Auguren rechnen allerdings mit einer Wachablösung - aber warten wir's ab.

Die wichtigsten Daten:
Titelverteidiger:  Viswanathan Anand aus Indien, 43 Jahre, Elo 2775, Weltmeister seit 2007.
Herausforderer:  Magnus Carlsen aus Norwegen, 22 Jahre, Elo 2870, Erster der Weltrangliste.
Spielort:   Chennai (Madras) in Indien.
Modus:   Bis zu 12 Runden.
Bei 6,5 Punkten ist Schluss.
Bei 6:6 Tiebreak (Rapid/Blitz/Armageddon).
Bedenkzeit:   2 Std/40 Züge + 1 Std/20 Züge + 15 Min/Rest  + 30 sec/Z ab Zug 61.
Spieltage:   November  9+10,  12+13,  15+16,  18+19,  21+22,  24,  26.  (TB 28).
Uhrzeit:   10.30 MEZ (15.00 Ortszeit)
Preisfonds:   2,5 Millionen Dollar. Verteilung 60:40 (bei Tiebreak 55:45)
Links:   Infos, Fotos, Partien, Liveübertragung auf der Homepage hier. Dazu die gewohnte Live-Übertragung mit Computeranalyse, Kommentar und Chat bei ChessBomb HIER.
rit

Donnerstag, 7. November 2013

Europameisterschaft der Nationalmannschaften

Ungeachtet des Weltmeisterschtskampfes in Chennai geht auch das übrige Spitzenschach weiter. Paralell zur WM laufen vom 8. bis 17. November in der polnischen Hauptstadt Warschau die European Team Chess Championships. Im Gegensatz zu dem erst kürzlich mit Legionären ausgespielten Vereinspokal in Rhodos können hier nur Spieler eingesetzt werden, die auch tatsächlich die Staatsbürgerschaft des Landes haben.
Bei den Männern sind 37 Nationalteams am Start. Die Setzliste wird angeführt von Russland, Armenien und England, aber die Elo-Differenz zu den nachfolgenden Mitbewerbern ist gering und ein klarer Favorit ist nicht auszumachen. Deutschland, das im Vorjahr ganz überraschend den Titel geholt hatte, ist auf Platz 9 gesetzt und tritt mit Naiditsch, Meier, Baramidze, Khenkin und Fridman an.
Bei den Frauen sind 31 Nationen am Start, angeführt von der Ukraine, Georgien und Russland, die auch als Favoriten gelten können. Deutschland ist auf Platz 6 gesetzt und tritt mit Paehtz, Michna, Melamed, Schleining und Kachiani an.
Gespielt werden 9 Runden vom 8. bis 12. und vom 14. bis 17. November, jeweils um 15 Uhr.
Die Turnierseite gibt es hier, Livepartien bei ChessBomb hier.
rit

Mittwoch, 6. November 2013

Lesestoff - Eine neue Seite

In der Kopfzeile haben wir eine neue Seite mit dem Titel Lesestoff eingerichtet. Dort sind ausgewählte Blog-Beiträge aufgelistet, die zeitlos oder besonders informativ sind. Sie sind chronologisch geordnet und können über das Datum und das Blog-Archiv (sidebar) relativ einfach gesucht und nachgeschlagen werden.
rit

Dienstag, 5. November 2013

Werner Metz ist Seniorenmeister

Mit 6,0 Punkten aus 7 Runden sicherte sich Werner Metz vom Tec Darmstadt für 2013 die Seniorenmeisterschaft im Bezirk Starkenburg, einen Titel, den er schon mehrfach errungen hat. Herzlichen Glückwunsch!
Sehr erfreulich aus Ober-Ramstädter Sicht ist das Abschneiden unseres Schachfreunds Walter Berndt, der mit 5,5 Punkten nach Feinwertung vor dem punktgleichen Hans-Erich Oechler (Tec) auf den 2. Platz kam und damit Vizemeister wurde.
Im übrigen erreichten die unter den 30 Teilnehmern wieder zahlreich vertretenen Ober-Ramstädter folgende Punktzahlen:
Horst Breitwieser 4,0, Georg Ritscher 3,5 (nur 5 Partien), Hermann Jaksch 3,0, Werner Hahn 3,0, Peter Schumm 2,0 und Edgar Fornoff 1,5.
Weitere Einzelheiten und die komplette Tabelle sollen in Kürze hier erscheinen.
rit

Montag, 4. November 2013

Karpov (62) mischt lange mit - Bacrot gewinnt

Im Rahmen der großen traditionellen Open-Veranstaltung in Cap d'Agde an der französischen Mittelmeerküste fand ein nach dem früheren Weltmeister Anatoli Karpov benanntes Schnellschach-Einladungsturnier statt, an dem auch der Namensgeber selbst teilnahm.
Das Feld aus 4 Männern und 4 Frauen der mittleren Weltklasse (Kat 13) spielte zunächst eine doppelte Rapidrunde (25 min +), die der Senior Karpov souverän mit 11 Punkten vor Bacrot mit 9 gewann. Ivanchuk, Pelletier und Maria Muzychuk mussten mit je 8 zwecks Endrunden-Teilnahme in ein Stechen, bei dem der Schweizer den Kürzeren zog.
Im Halbfinale verabschiedeten sich Ivanchuk und Muzychuk und im Finale behielt Bacrot nach Gleichstand in den Schnellpartien erst im Blitzen gegen Karpov die Oberhand.
Die Turnierseite gibt es hier.
rit

Sonntag, 3. November 2013

Ergebnisse vom 3. Spieltag

Am dritten Spieltag der Saison 2013/14 gab es für die ersten beiden Ober-Ramstädter Mannschaften Niederlagen. Nur die dritte Mannschaft hielt mit einem tollen 4:0-Sieg die Fahne hoch.
SCO I unterlag in einem wichtigen Spiel um den Klassenerhalt nach 6 Stunden Spielzeit bei Langen III mit 3,5:4,5. Siegpartien spielten Walter Berndt und David Briemann. Dazu kamen drei Remis von Karlheinz Gürtler, Knut Goebel und Andreas Fuchs. Niederlagen mussten Rene Hartmann, Rolf Tiemann und Klaus Reuter einstecken.
SCO II trat ersatzgeschwächt und mit einem Spieler weniger bei Rossdorf II an und unterlag deutlich mit 0,5:6,5. Sahen die Partien bei Halbzeit durchgehend noch vielversprechend aus, so ging es mit längerer Spielzeit dann doch bergab. Ivan Pernat holte das einzige Remis. Verlustpartien gab es für Werner Hahn, Hermann Jaksch, Hans Jordan, Peter Schumm und Klaus Hansel.
SCO III spielte bei Pfungstadt III und ließ überhaupt nichts anbrennen. Siege für Marek Dähn, Marvin Glock, Nelly Glock und Edgar Fornoff. 4:0. Klasse!

Samstag, 2. November 2013

Endspieltaktik -
Zwei Pferdchen treiben's bunt
Auch Studien können so gestrickt sein, dass sie der einfache Schachfreund ohne große Mühe mit seinen gelernten Mitteln lösen kann.
So auch das nebenstehende Stück von A.Troitzky, das nicht sehr schwer, aber unterhaltsam ist
1.Sf3+ Kxf4  
2.Scd5+ Ke5
Zwei Attacken gegen den König
Und nun ?
(Lösung hinter dem Break)

Freitag, 1. November 2013

Die Elo-Weltrangliste November

Top-10 der Männer: Mamedyarov kommt wieder, Karjakin fällt (erstmals seit drei Jahren) raus. Sonst gibt es nur geringe Verschiebungen in der Reihenfolge. Ausgewertet wurden u.a. Bilbao, Bukarest, Paris, N-Novgorod und Rhodos.
Top-5 der Frauen: Hier gibt es nur einen Wechsel (4/5). Ausgewertet wurden u.a. Taschkent und Rhodos.
Männer                            Frauen
1  Carlsen     Nor  2870          1 Polgar       Hun  2689
2  Aronian     Arm  2801          2 Hou Yifan    Chn  2629

3  Kramnik     Rus  2793          3 Koneru       Ind  2618
4  Nakamura    Usa  2786          4 Muzychuk     Slo  2566    

5  Grischuk    Rus  2785          5 Zhao Xue     Chn  2565
6  Caruana     Ita  2782

7  Gelfand     Isr  2777          Die besten Deutschen sind   
8  Anand       Ind  2775         
Naiditsch (M 25) und Paehtz (F 35 ).
9  Topalov     Bul  2774          Die kompletten Top-100-Listen
10 Mamedyarov  Aze  2757
         gibt es hier (M) und hier (F).
rit

Taktik - Eine neue Seite

In der Kopfzeile haben wir eine neue Seite mit dem Titel Taktik eingerichtet. Dort sind alle im Blog veröffentlichten intereressanten Endspiel- und Partie-Stellungen chronologisch aufgelistet. Über das Datum und das Blog-Archiv (sidebar) können die kommentierten Beiträge gesucht und gefunden werden.
rit

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Endspieltaktik -
Das Prokes-Manöver
Zwei verbundene Bauern auf der vorletzten Reihe - da hat der arme Turm normalerweise nichts mehr zu melden.
Aber der Prager Studienkomponist Ladislav Prokes meinte 1939: Doch, Weiß hält Remis !
Das geht natürlich nur, wenn auch der weiße König noch mithelfen kann. Unumgänglich ist daher
1. Kg4
Und wie geht's weiter ?
(Lösung hinter dem Break)

Mittwoch, 30. Oktober 2013

TL - Info: 3. Runde Mannschaftsmeisterschaft

Unsere 3 Mannschaften haben am kommenden Wochenende alle Auswärtsspiele. SCO1 tritt bei Langen3 an und kann als leichter Favorit gelten. Bei einem Sieg gegen den direkten Mitbewerber um den Klassenerhalt  würden die Chancen auf  die Erreichung des Saisonzieles beträchtlich steigen.  Unsere 2. spielt in Roßdorf.  Beurteilt man die Chancen  nach der Papierform, so  ist man klarer Aussenseiter.
SCO3 reist nach Pfungstadt zu deren 3. Mannschaft. Hier bestehen durchaus Chancen auf einen Punktgewinn.  Allen Teilnehmern wünsche ich viel Erfolg und vor allem Spaß. gue

Montag, 28. Oktober 2013

Europäische Vereins-Pokale auf Rhodos vergeben

Die Massenansammlung von Schach-Großmeistern (rund 120 Stück) hat sich aufgelöst. Wenn jetzt auf Rhodos von Großmeistern die Rede ist, denkt man wieder an die der Johanniter und deren imposanten Palast. Der European Chess Club Cup 2013 dagegen ist beendet. 
Bei den Männern gewann nach 7 Runden das Team von Novy Bor (Cze - Kleinstadt nahe der Lausitz) mit 13 Punkten vor Malachite (Rus - Hotelkette) mit 12 Punkten. Es folgen mit je 11 Punkten Socar (Aze - Ölkonzern ), Clichy (Fra) und St Petersburg (Rus). Die Spieler dieser erfolgreichen Gruppierungen sind beileibe keine Einheimischen, sondern gemietete Legionäre, wie wir das auch aus der Bundesliga kennen.
Unter den 53 teilnehmenden Clubs waren auch drei deutsche. Solingen kam mit 7 Punkten auf Platz 23, Eppingen mit 4 auf 48 und Mülheim mit 3 auf 49.
Den fünften Pokalsieg bei den Frauen (11 Teams) holte sich erwartungsgemäß Monte Carlo, eine Schachnation, die es sich leisten kann, die besten Damen der Welt zu verpflichten.
Die kompletten Tabellen sowie alle Details über Spieler und Ergebnisse findet man hier.
rit

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wesley So gewinnt in Holland

Das kleine Einladungsturnier (4 Mann, 6 Runden) beim diesjährigen Univé-Schachturnier im holländischen Hoogeveen gewann der junge Philipino Wesley So. Er studiert in den USA und ist der Primus einer starken Schachgruppe, die Susan Polgar an der Webster University in St Louis zusammengezogen hat und zu der auch der deutsche GM Georg Meier zählt.
Mit 4,5 Punkten siegte Wesley So (Phi 2706) deutlich vor Michael Adams (Eng 2753) und Robin van Kampen (Ned 2607) mit je 3,0, während sich  Loek van Wely (Ned 2693) mit 1,5 als freundlicher Gastgeber etwas zurückhielt.
Das ebenfalls mit einigen Großmeistern stark besetzte Open (70 Teilnehmer, 9 Runden) gewann Rodshtein (Isr 2664) mit 7,5 Punkten vor Mostalenko (Esp 2520) und l'Ami (Ned 2657) mit je 7,0. Daneben gab es bei der Veranstaltung noch zwei große Amateurturniere und eine Prominentengruppe.
rit

Samstag, 26. Oktober 2013

TL - Info: Vereinsmeisterschaft

Gestern wurde die 1. Runde (Oktoberrunde) mit der Partie Hansel - Schumm  beendet. Die Partie endete nach turbulentem Verlauf mit einem Sieg von K. Hansel.  Die Auslosung der 2. Runde (Novemberrunde) kann auf der Seite Saison2013/14 nachgelesen werden. Die Partien müssen bis Ende November gespielt sein. gue

Freitag, 25. Oktober 2013

(3) Das DWZ-System - Die Rechenformeln

(Fortsetzung vom 24.10.13)
Angenommen, Fritz hat mit seinen 1700 DWZ ein kleines Turnier gespielt, mit folgenden DWZ-Gegnern und Ergebnissen:
Gegner:    1600  1650  1700  1800  1900  2000  Summe
Punkte:    1,0   0,0   1,0   0,5   1,0   0,0    3,50
Erwartung: 0,64  0,57  0,50  0,36  0,24  0,15   2,46
Fritz hat also besser gespielt (3,50) als erwartet (2,46) und seine DWZ müsste steigen. Aber um wieviel? 
Zunächst wird der sogenannte Turnier-Erfolg (TE) ermittelt.
In die Berechnung gehen ein: Die Alte DWZ (ZA), eine Konstante von 800, die erzielten Punkte (P), die Erwartung (E) und die Zahl der gespielten Partien (N). Daraus ergibt sich die Formel
   TE =  ZA + < 800 x (P-E) : N >
   in unserem Fall also
   TE =  1700 + < 800 x (3,50-2,46) : 6 >  =  1839.
Dies ist aber noch nicht die Neue DWZ. Es soll vielmehr auch die Alte DWZ in die Gewichtung eingehen, und zwar relativ stark. Es wird deshalb noch ein Beharrungsfaktor (B) eingebaut, der für den normalen Vereinsspieler mit 25 anzusetzen ist. Die Formel lautet dann:
   Neue DWZ  =  < (B x ZA) + (N x TE) > : (B + N)
   in unserem Fall also
   Neue DWZ  =  < (25 x 1700) + (6 x 1839) > : (25 + 6) >  = 1727
Die neue DWZ von Fritz ist nunmehr 1727; Fritz hat sich durch das Turnier um 27 Punkte verbessert.
Die beiden Beiträge (1) und (2) sollten nur die Grundgedanken und das Grundgerüst des DWZ-Systems darstellen und erklären. Über die vielen Verfeinerungen und Besonderheiten kann man sich in der Spezial-Literatur informieren.
(Siehe auch Posts vom 23.10.13 und 24.10.13)
rit

Donnerstag, 24. Oktober 2013

(2) Das DWZ-System - Die Gewinnerwartung

(Fortsetzung vom 23.10.13)
Basis des DWZ-Systems ist die Gewinn-Erwartung. Gegen einen Gleichstarken erwartet man ein Ergebnis von 50:50, gegen einen etwas Schwächeren z.B. eines von 60:40 und gegen einen ganz Schwachen vielleicht eines von 90:10. 
Die DWZ-Statistiker haben dazu eine wissenschaftliche Formel entwickelt, mit der die Gewinn-Erwartungen bei den verschiedenen DWZ-Abständen errechnet werden können. Für den Hausgebrauch gibt es dazu eine detaillierte Tabelle mit den Erwartungen für den stärkeren Spieler (für den schwächeren gelten die Komplementärzahlen).
Einige Eckpunkte daraus sind: 
  DWZ-Differenz:  0  50  100  150  200  250  300  350  400  450
  Erwartung    : 50  57   64   70   76   81   85   89   92   94 
Spielt nun einer besser als erwartet, dann steigt seine DWZ, bleibt er unter der Erwartung, dann sinkt sie. 
Beispiel: Fritz hat eine DWZ von 1700 und Otto eine von 1900, die Differenz ist 200. Von Fritz erwartet man nur eine Erfolgsquote von 24%, von Otto dagegen erwartet man 76%, aus 4 Partien z.B. mindestens 3 Punkte. Auf eine einzelne Partie bezogen bedeutet das: 
(a) Otto gewinnt: Man erwartet von ihm 76%, in der einen Partie also 0,76 Punkte. Erzielt hat er 1,00 und ist damit um 0,24 besser als erwartet. Seine DWZ steigt mäßig. Fritz dagegen hat seine 24%-Chance nicht genutzt und verliert an DWZ, aber auch nur mäßig. 
(b) Fritz gewinnt: Von ihm erwartet man nur 0,24 Punkte. Sein Ergebnis von 1,00 ist also wesentlich besser, nämlich um 0,76. Seine DWZ steigt stark. Entsprechend stark fällt die von Otto. 
(c) Remis: Beide haben also 0,50 Punkte erzielt. Otto ist um 0,26 schlechter und Fritz um 0,26 besser als erwartet. Entsprechend fällt und steigt ihre DWZ in mäßigem Umfang. 
Diese Zahlen sind aber nicht die Veränderungen der DWZ selbst, sondern nur ein Faktor, der in die spätere Berechnung eingeht. Dazu später mehr. 
Klar geworden ist aber: Man kann auch gegen schwächere Spieler DWZ-Punkte hinzugewinnen. Je höher allerdings die DWZ-Differenz, um so weniger gibt es für den Stärkeren zu holen und bei einer Differenz ab 735 gibt es für ihn überhaupt nichts mehr. Umgekehrt hat dann der Schwächere gute Chancen bei geringem Risiko. (Fortsetzung folgt)
(Siehe auch Posts vom 23.10.13 und 25.10.13)
rit